Konzertbericht : Saltatio Mortis (18.11.22) - TonHalle, München


Vier Nummer-Eins-Alben in den letzten Sieben Jahren, ausverkaufte Tourneen, Festival-Headliner und eine goldene Schallplatte - Zweifellos gehören die Spielleute von "Saltatio Mortis" zur Speerspitze der gegenwärtig erfolgreichsten deutschen Bands überhaupt.

Dass aus den ehemaligen Mittelaltermarkt-Musikanten eine Größe der deutschen Musiklandschaft wurde, dafür sorgte nicht nur der schrittweise erfolgte Stilwechsel hin zum ebenso brachialen wie intelligenten Rock und der besonderen Begabung der Ablieferungen von Hymnen am Fließband, sondern auch die fulminanten Abrisspartys bei den Live-Konzerten der Pfälzer und Badener.

Als Fan ist man schon nach jeder Tournee in Sorge, ob das jemals wieder zu toppen sein könnte - und wird bei der folgenden Tour darin bestätigt : Es kann !

Saltatio Mortis brannten am 18.11.22 in der Tonhalle München ein Feuerwerk ab, als hätte die Band zwei Jahre lang nicht spielen dürfen.

Tatsächlich war dem auch so : Auch SaMo (wie die Band bei Insidern genannt wird) litten während der Pandemie unter immer wieder erneut verschobenen Konzerte und Tourneen.

Bei der "Für immer frei" Tour wirkte die Combo wie ausgehungerte Löwen, die nun endlich ihr Fleisch bekommen - und genau so ging es dann auch dann zu Werke !

Nach einem guten Auftritt der Supporter von "Antiheld" verdunkelte sich gegen 20 Uhr 45 die TonHalle. Die Richtung, die vorgegeben wird ist deutlich : Nach "Schrei nach Liebe" der Ärzte von Band stehen die Musiker hinter einem Vorhang in Regenbogen-Farben : Klare Bekenntnisse gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie, Solidarität mit Minderheiten ! - Dafür werden SaMo von Tausenden gehasst. Und von Millionen geliebt !

Nach dem Intro "Ein Stück Unsterblichkeit" fällt mit Radau der Vorhang und mit "Große Träume" geht es dann gleich in die Vollen.

Etwas überraschend, dass der Auftakt nicht das noch immer aktuelle Album und die gleichnamige Tour dazu repräsentiert, sondern man auf denselben Beginn der "Brot und Spiele" Tour zurückgreift. Überhaupt finden viele Songs aus diesem Album den Weg in die Setlist (Brunhild, Dorn im Ohr, Mittelalter...), ebenso natürlich Songs von "Für immer frei" (Loki, Linien im Sand, My Mother told me...) Mit "Odins Raben" hatten Alea und Co. natürlich auch ihren brandaktuellen Hit mit am Start, der von den Münchenern ebenso gefeiert wurde wie "Wo sind die Clowns ?" und "Wachstum über alles". Ansonsten griffen die Spielleute nicht allzu häufig in die Kiste der alten Klassiker. Selbst an "Eulenspiegel" hat man sich inzwischen wohl totgespielt. Das ist einerseits sehr schade, ebnet aber aktuellen guten Songs auch die Bühne.


Eskaliert wurde so oder so, einschließlich Moshpit, Synchronhüpfen, Feuershow und immer wieder dem Fan-Ruf : "Saltatioooo.... Moooortiiiiis". Die unermüdliche Rampensau Alea sorgte dafür, dass es den Fans zu keiner Minute langweilig wurde. Glitzer-Regen aus Konfetti-Kanonen fiel über schweißgebadete und glückliche Gesichter der Fans in Ekstase und dem letzten Song "Für immer jung" folgte ohrenbetäubender Applaus. Bei den insgesamt sieben (!) Zugaben kamen die "alten" Fans mit "Prometheus" und im Chor der Fans schon zuvor immer wieder geforderten "Spielmannsschwur" doch noch auf ihre Kosten. Letzteres bildete traditionell den Schlusspunkt eines mehr als 120 Minuten dauernden Spektakels.


Saltatio Mortis unterstreichen bei ihrer Tour, dass sie zurecht genau da stehen, wo sie stehen und live eine der besten und spektakulärsten Bands sind, was dieses unseres Land zu bieten hat !


Die weiteren Tourdaten :

25. 11. Leipzig

26. 11. Berlin

02. 12. Bochum

03. 12. Hamburg

15. 12. Zürich

16. 12. Linz

17. 12. Wien


Für Stuttgart Schwarz : Jolly von Hayde




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